Abel

Abel , Hebräisch, „Hauch“, „Vergänglichkeit“, zweiter Sohn von * Adam und * Eva.
Abel besaß eine Schafherde, innerhalb sein Bruder Kain den Acker bestellte. Der Rauch von Abels Opferfeuer, in dem ein Lamm lag, stieg senkrecht zum Himmel auf, im Zuge das Getreideopfer seines Bruders Kain allein qualmte und der Rauch sich auf der Erde ausbreitete. Darüber maßlos erbost, erschlug Kain seinen Bruder. Der Herr fragte darauf folgend Kain nach seinem Bruder, und jener antwortete: „Ich weiß es nicht. Bin ich denn der Hüter meines Bruders?“ Darauffolgend verfluchte der Herr den Brudermörder, machte dem Kain trotzdem ein Zeichen (Kainsmal), hiermit ihn keine Sterbensseele töte, und ließ kennen, dass es jedem, der Kain erschlüge, siebenfach vergolten werde (* Genesis 4, 1-16).

Das Thema dieses Brudermordes zählt zu den am meisten präsentierten Motiven der christlichen Kunst. Abel wird überwiegend als bartloser Jüngling dargestellt; sein Bruder Kain hat ihn zu Boden geworfen und steht mit erhobener Keule oder einem Eselskinnbacken über ihm, bis dato hat er Abel am Haar gepackt. Kain ist im allgemeinen bärtig und wesentlich älter wiedergegeben. (Die Darstellung mit Eselskinnbacken wurde vom Sujet * „Simson erschlägt einen Philister“ übernommen. Zum Unterschied von Kain wird Simson mit athletischem Körperbau designt.)
Das Kain- und – Abel-Thema war im Besonderen im Barock binnen den Bildhauern auf Grund seiner Dramatik gemocht und weil die Barockkünstler vorzugsweise zwei zusammengehörige Figuren (* Pendantfiguren) gestalteten, z. B. * Adam und * Eva, * Abraham und * Isaak, * David und * Goliath, * Apollon und * Marsyas, * Herakles und * Antäus usw.
Die Darstellung des Abel, jugendlich und sanftmütig, bildet einen reizvollen Kontrast zu dem im allgemeinen grobschlächtig und rasend vor Zorn wiedergegebenen Kain. In der Plastik existieren von diesem Motiv insbesondere entzückende Verbänden aus Elfenbein, zum Beispiel von Simon * Troger und Leonhard Kern.