Ahorn

Holz-Eigenschaften: Das rotblonde, elastische, feinfasrige und mittelschwere Hartholz hat eine warme Ausstrahlung, lässt sich gut polieren, schnitzen und beizen. Es ist nicht witterungsbeständig, daher nur für den Innenraum geeignet.
Merkmale: Man unterscheidet weltweit bis zu 200 Ahorn-Arten, daher muss man von einer großen Ahorn-Familie sprechen, deren Mitglieder gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Die wie eine Hand gegliederten Blätter können 5 oder 7 Lappen haben, wobei jeder dieser „Finger“ weitere Zacken aufweist. Ähnliche Blatt-Formen findet man bei der Platane, die sich im Herbst auch gelb verfärbt. Die Früchte der Bäume bestehen aus zwei rundlichen Samen, der mit je einem Flügel umhüllt sind und gemeinsam an einen Propeller erinnern. Die kleinen, gelbgrünen Blüten bilden dekorative Sträußchen, die obst-artig riechen und sich zu größeren Dolden vereinen. Die Wuchshöhe variiert je nach Sorte. Spitzahorn wird bis 25 Meter hoch, Feldahorn gedeiht auch als Strauch bzw. Gartenhecke, und wird bis 20 Meter hoch. Die Rinde ändert sich mit zunehmendem Alter: Zuerst ist sie hell und glatt, später dunkel und zerfurcht. Die Bäume wachsen relativ schnell und können bis 500 Jahre alt werden.
Element: Luft
Naturheilkunde: Die Blüten und Blätter sind essbar. Am Stamm des Zucker-Ahorns lässt sich Saft gewinnen, aus dem später Sirup hergestellt wird. Ahorn-Gehölze galten als Heilpflanzen im alten Ägypten, im Mittelalter und bei Hildegard von Bingen. Es werden ihnen trockene und kühlende Qualitäten zugeschrieben, weshalb Umschläge mit Rinden und Blättern bei Fieber und Entzündungen helfen können. Der süße Ahornsirup wird als Zucker-Ersatz verwendet und ist in fast jedem Supermarkt zu finden.
Spirituelle Bedeutung:  Ahornbäume haben einen sehr lichten und heiteren Charakter, vor allem im Herbst. Sie gelten traditionell als Schutz versprechende Haus-Bäume, die Loslass-Prozesse begünstigen und zur Klärung der Gedanken beitragen. Auf Personen, die leicht erschrecken oder zwischen Extremen hin- und herpendeln, können sie besänftigend wirken. Außerdem fördern sie die Intuition, die Selbstfindung und den kommunikativen Ausdruck. Sie können Kraft-Bäume sein für Menschen, die zu wenig mit ihrem höheren Wesen verbunden sind. Zu ihren Stärken zählen weiters die Freiheitsliebe, der Idealismus, der Ehrgeiz, die Vielseitigkeit, die Willensstärke, das Selbstbewusstsein und die harmonische Vereinigung von Gegensätzen. Sie lieben Herausforderungen und scheuen keine Schwierigkeiten. Und all diese positiven Eigenschaften können sie uns vermitteln, wenn wir ihre Nähe suchen und uns auf ihre Schwingungen einlassen.
Nach dem überlieferten Volksaberglauben bietet der Ahorn einen wirksamen Schutz gegen Hexen. So wurden in Hinterpommern die Türen und Stuben mit Ahorn geschmückt, in Mecklenburg sollten die Hexen von Ställen abgehalten werden, indem Zapfen aus Ahornholz in die Türen und Schwellen eingeschlagen wurden. Der gleiche Effekt sollte erzielt werden, wenn am 24. Juni Ahornzweige an Türen und Fenster gesteckt wurden. Dieses Ritual sollte auch vor Blitzschlag schützen. Zum Schutz vor Maulwürfen wurden im Revensburgischen Kartoffel- und Flachsfelder mit Ahornzweigen umstellt. Aus dem Elsass ist bekannt, dass Ahornzweige an Türen die Fledermäuse vom Hause fernhalten sollten.
In der Volksmedizin werden die am 24. Juni gepflückten Ahornblätter getrocknet und in kochendem Wasser erweicht. Sie gelten bei allen Wunden als heilkräftig.
In Oberbayern glaubte man, dass recht fette Ahornblätter auf eine gute, ergiebige Ernte hinweisen. Ferner ist auch das Begießen der Wurzeln mit Wein überliefert – damit sollte ein Wunsch in Erfüllung gehen.
Berühmt ist der Bergahorn zu Trun im Kanton Graubünden. Unter ihm wurde am 16. Mai 1424 der obere oder graue Bund geschworen. 1750 hatte der Baum einen Gesamtumfang von 16 Meter. 1824 standen von den ehemals drei Stämmen noch zwei. Als 1870 der beinahe 500-jährige Ahorn durch einen Sturm umgeworfen wurde, wurde an derselben Stelle aus einem Samen des alten ein junger Bergahorn gepflanzt, der dort bis heute steht. 1890 wurde der Wurzelstock des alten Baumes feierlich in den Sitzungssaal des großen Bundes überführt und befindet sich heute im Museum Sursilvan in Trun. Auch in Orts- und Flurnamen wird der Ahorn oft verwendet. Im Oberwallis entspricht „Agarn“ und im französischen Gebiet „Ayer“ dem Wort „Ahorn“.
Das Ahornblatt ist ein Symbol Kanadas und steht in der seit 1965 verwendeten kanadischen Flagge für die ausgedehnten Wälder des Landes. Die Vorlage lieferte wahrscheinlich der Zucker-Ahorn (Acer saccharum). In China gilt der Ahorn als Symbol für Amtswürde.
Prinzipiell steht der Ahorn für Harmonie, Ruhe und Gelassenheit, er soll auch bei der Vereinigung von Gegensätzen helfen. Ihm wird auch nachgesagt, dass er nicht nur böse Geister, Hexen, sondern sogar Zigeuner fern halten könne. In Westpreußen war es deshalb üblich, Ahornzweige in Fenster und Türen zu stecken, um seine antidämonischen Kräfte zu nutzen. Im Elsass glaubte man mit Ahornholz Fledermäuse fernzuhalten, die man mit den Vampiren gleichsetzte. In Oberbayern nutzte man den Ahorn eher als Orakelbaum. Dort hieß es, seien die Ahornblätter besonders saftig und fett, würde es auch eine gute Ernte geben.
Auch im alten Ägypten war der Ahorn bekannt und beliebt . In Japan galt der Ahorn als Baum der Leichtigkeit und der Freiheit des Seins. In Ägypten würdigte man eher seiner Heilkraft. Im „Papyrus Ebers“ (ein altes medizinisches Paryrus) kann man die ersten Hinweise auf die Heilkraft des Ahorns finden. So wird er als abschwellend, kühlend und beruhigend beschrieben und bei Fieber und diversesten Entzündungen empfohlen. Es sind die im Ahorn enthaltenen Flavonoide und Gerbstoffe, die abschwellend wirken und so bei überstrapazierten Beinen und müden Füßen, bei Insektenstichen gegen das Jucken und sogar gegen geschwollene Augenlider sehr hilfreich wirken. In den Blättern und Blüten sind zusätzlich noch verschiedene Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Kalium, Mangan und Eisen, aber auch Zucker (je nach Baumart in verschiedener Konzentration) und ca. 5 % Eiweiß zu finden.
Gesammelt werde vor allem die jungen und zarten Blätter samt der weichen Blattstiele im zeitigen Frühjahr in der Zeit von März bis April. Diese kann man für Salate, Beilage in der Kräuterbutter u.ä. nutzen. Getrocknet kann man sie im Winter mit in die Suppe geben. Getrocknete Blätter werden, ebenso wie Holz oder Rinde, auch als Räucherwerk verwendet. Man kann den Saft des Ahorns als Sirup verwenden, aber unsere einheimischen Ahornbäume beinhalten bedeutend weniger Zucker als der Kanadische Ahorn.
Der Ahorn gilt als Baum der Harmonie, vereinigt Gegensätze, bringt Ruhe und Gelassenheit und verhilft zu klaren Gedanken. Diese Wirkstoffe entfalten sich auch bei einer Räucherung mit Ahornblättern. Ein Räucherwerk mit Ahornblättern vertreibt negative Energien, schwarze Hexen und böse Geister und ist damit ein fester Bestandteil für Schutzräucherungen. Eine Räucherung mit den Blättern des Ahorns soll aber auch Wünsche, Hoffnungen und Träume erfüllen. Auch hilft sie dabei, Menschen mit hitzigem Gemüt zu beruhigen, damit sie einen kühlen Kopf bewahren können, wirkt besänftigend und stresslösend . Auch zur Anrufung von Naturgeistern ist eine Räucherung mit Ahorn hervorragend geeignet. Ahorn lässt sich gut mit Sandelholz und mit verschiedenen Harzen mischen.